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Der Katalysator: 30 Jahre frische Luft

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Als der Katalysator im Jahr 1984 eingeführt wurde, kam es zu lauten Protesten. Doch heute ist der "Kat" nicht mehr aus dem Auto wegzudenken. Wie funktioniert er eigentlich?


Bleifreies Benzin und Katalysatoren sind noch jung


Derzeit erhitzt der Abgasskandal und die Debatte um Diesel und Benziner die Gemüter der Autofahrer. Städte klagen über die ständig wachsende Schadstoffbelastung. Da mutet es fast kurios an, dass heute so selbstverständliche Dinge wie bleifreies Benzin und der Katalysator zur Entgiftung der Abgase vor gerade mal 30 Jahren in Deutschland Alltag wurden. Besonders interessant: Die deutsche Autoindustrie musste damals schon Katalysatoren einbauen, damit sie ihre Fahrzeuge überhaupt ins Ausland verkaufen konnte. Denn in anderen Nationen galten damals weit schärfere Abgas-Grenzwerte als in Deutschland. Hierzulande rüttelte erst das Waldsterben die Menschen auf: Bis zu 80% der deutschen Wälder waren gefährdet und nur eine sauberere Luft konnte sie retten. Dazu wurde bleifreies Benzin eingeführt und auch in Deutschland sollten Katalysatoren für reine Luft sorgen. Pflicht wurden sie jedoch erst fünf Jahre später im Jahr 1989.




Was bringen Katalysatoren?


Der moderne Drei-Wege-Katalysator wurde in den 70er Jahren in den USA entwickelt. Entgegen aller Klischees waren es die Amerikaner, die sich als erste für die Schadstoffreduzierung bei Autoabgasen einsetzten. Der Drei-Wege-Katalysator sollte alle drei Schadstoffe aus der Luft filtern: Stickoxide, Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff. Dazu wurde der Kat mit einer sogenannten Lambda-Sonde ausgestattet, die das Kraftstoffgemisch im Motor überwachte. Kritiker befürchteten zu diesem Zeitpunkt, dass Katalysatoren zu einem deutlich erhöhten Benzinverbrauch, und damit zu höheren Kosten für den Autofahrer, führen würden. Doch da gleichzeitig immer sparsamere Motoren entwickelt wurden, bewahrheiteten sich diese Befürchtungen nicht. Den ersten Katalysatoren folgte bald der sogenannte Partikelfilter, der den Feinstaub aus den Abgasen filtern sollte und immer bessere Katalysatoren.


Warum steigt die Schadstoffbelastung dennoch?


Tatsächlich besitzen moderne PKWs, darunter natürlich auch die Neuauflage des Fiat Tipo einen Katalysator auf neuestem Standard mit Abgasnorm 6. Dass die Schadstoffbelastung trotz dieser immer weiter verschärften Abgasnormen und immer besseren Katalysatoren wieder steigt, hat unterschiedliche Gründe.


Zum einen liegt es in der Natur der Physik und der Chemie: Werden die Werte eines Schadstoffs gesenkt, steigen andere Werte. So führte die Reduzierung der CO2-Emissionen dazu, dass Autos plötzlich mehr Feinstaub produzierten. Zum anderen ist es schlicht eine Frage des Verkehrsaufkommens. Als 1984 die ersten Katalysatoren eingeführt wurden, waren in Deutschland rund 25 Millionen Kfz gemeldet. Heute (Stand 2017) sind über 45 Millionen Kfz in Deutschland unterwegs.


Bild: ©istock.com/Toa55