Zweimal Tipo: Der 160 und der 356

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Was Alfa Romeo kann, kann Fiat auch. Gemeint ist die Reaktivierung von Namen vormals erfolgreicher Modelle aus dem eigenen Konzern, um neuen Autos gleich vom Start weg Vorschusslorbeeren mit auf den Weg zu geben. Im Fall des seit 2015 erhältlichen Fiat Tipo sind diese ganz und gar verdient: Sein Vorgänger, der von 1988 bis 1995 gebaute Typ 160, wurde ein Jahr nach Erscheinen zum Auto des Jahres gekürt. Ausschlaggebend waren vor allem das Raumangebot und der praktische Alltagsnutzen. Neues hielt auch unter der geometrischen Hülle des damaligen Tipo Einzug. So stand der Wagen erstmals auf einer Bodengruppe, die im Wesentlichen auch bei anderen Autos von Fiat (z.B. dem Coupé, dem Bravo/Brava oder dem Marea) oder bei Alfa Romeos 145, 146 oder 155 verwendet wurde.

Eine Frage der Sicherheit

Eine Schwachstelle des Tipo war dessen Crashsicherheit. Die Bodengruppe erwies sich als vergleichsweise weich und bot nur eine unzureichende Karosseriesteifigkeit. Aufgrund der Plattformstrategie betraf dies auch andere Modelle von Fiat, Lancia und Alfa Romeo. Nachträglich eingebaute Versteifungen brachten keine nennenswerten Verbesserungen. Und der Neue? Der liefert beim Thema Sicherheit ein durchwachsenes Ergebnis, im Crashtest kam er nur auf 3 von 5 Sternen. Mit optionalem Sicherheitspaket (automatischer Notbremsassistent) wurden es 4 von 5. Insgesamt keine echte Schwäche, Mitbewerber im gleichen Segment glänzen auch nicht alle mit Top-Leistungen.

Die andere Zielgruppe

Der Tipo aus den späten 80ern brachte es insgesamt auf rund 2 Millionen Verkäufe, ein sehr ordentliches Ergebnis, besonders mit Blick auf den wachsenden Erfolg der Wolfsburger Dauerbrenner Golf II und III. Anders als damals ist der neue Tipo aber nicht als Golf-Gegner konzipiert, sondern rangiert darunter. Ins Blickfeld geraten Gegner wie der Skoda Rapid oder der Dacia Logan - praktische und vernünftige Autos für kühle Rechner. Wer seiner Markenliebe zu Fiat treu bleiben will, sollte also erwägen seinen Fiat Stilo, Marea oder 500 zu verkaufen und auf den praktischen neuen Tipo zu setzen. Mit Preisen ab 14.450 € für die Limousine - das Schrägheck und den Kombi gibt es für 1.000 € bzw. 2.000 € mehr - steht der Tipo in der Liste. Findige Autokäufer holen sicher noch beachtliche Rabatte heraus, die dann in schicke Sonderausstattung oder etwas mehr Leistung investiert werden sollte. Die Grundlagen für einen ähnlichen Erfolg wie beim 160er Tipo sind als da.