Alles anzeigenbei E-Mobilität vs Verbrenner werden sich immer die Geister scheiden.
Ich möchte da aber ein paar Fakten präsentieren.
Kommende Euro 7 Abgasnorm
In der geplanten Form hätte sie das Aus für Klein- und Kompaktwagen mit Verbrenner bedeutet weil es einfach zu teuer gewesen wäre.
Nun hat die EU (wie so oft) zurückgerudert.
So wie sie jetzt verändert wurde stellt sie kein unüberwindbares Problem dar für die Hersteller. Neu ist eigentlich nur die Limitierung von Ammoniak. Das ist technisch einfach lösbar um unters Limit zu kommen, Kosten pro Auto bei der Herstellung zwischen 90 und 150 Euro laut Stellantis.
Neu ist auch die Mitberechnung von Feinstaub durch Reifenabrieb, gültig auch für E-Autos.
Warum? Weil die in dem Punkt viel mehr Feinstaub verursachen.
E-Autos sind schwergewichtig und haben großteils mehr Drehmoment. Das ergibt mehr Belastung für den Reifen, somit mehr Abrieb.
Ein Vorbote auf künftige Besteuerungsmöglichkeiten von E-Autos, der Staat will damit ja auch einmal verdienen und nicht nur fördern.
Und auch das angekündigte Verbot von Neufahrzeugen mit Verbrenner ab 2035 wackelt schon wieder gewaltig.
Zukunft der E-Mobilität
Ein Grund, warum das Ende der Neuwagen-Verbrenner 2035 kippen wird, sind mittelfristig absehbare Rohstoffmängel zur E-Auto-Herstellung.
Die Milchmädchenrechnung der EU geht nicht auf, daher wird zurückgerudert.
Thierry Breton, der Binnenmarkt-Kommissar der EU, verkündete zu Jahresende 2022:
2024 wird das "Peak-Kobalt" Jahr.
2025 das "Peak-Lithium" Jahr.
Auf deutsch bedeutet das, dass ab dem jeweils angegebenen Jahr die abbaubaren Mengen den Bedarf nicht mehr decken können.
Aktuelle Situation:
es kann heuer Kobalt für die Herstellung von 2,6 Millionen E-Autos abgebaut werden. In dem Jahr werden aber bereits 2,3 Millionen E-Autos gebaut.
Würde die EU an ihrem Ziel (Verbrenner-Aus 2035) festhalten, müsste aber allein für den EU-Raum laut eigener EU-Berechnung in sechs Jahren eine Vervierfachung der Verkäufe stattfinden, wofür logischerweise nicht einmal ansatzweise genug Kobalt förderbar ist.
Abgesehen davon besteht die Welt nicht nur aus der EU, auch am restlichen Planeten gibts immer höher steigene Nachfrage.
Kurz gesagt: die Milchmädchenrechnung geht nicht auf, das ist jetzt sogar dem EU-Kommissar aufgefallen.
Der Konsument kann das bereits jetzt erkennen: die Preise für die Rohstoffe steigen schon gewaltig.
Normalerweise wird etwas, das von geringeren Produktionsmengen in Massenproduktion geht, billiger.
Nicht so E-Autos. Eben weil die bereits steigenden Rohstoffpreise diesen Vorteil wegfressen.
Ein weitere Nachteil für die E-Auto-Industrie: sie ist zu spät dran. Von den jährlich weltweit abbaubaren 124.000 Tonnen Kobalt geht nur ein Viertel in die E-Auto-Industrie. Obwohl immer mehr benötigt wird. Aber andere Industriezweige haben sich mit langfristigen Lieferverträgen die restlichen 3/4 gesichert bzw. gehören ihnen die Firmen/Lagerstätten.
In anderen Zweigen ist einfach mehr Geld zu verdienen, siehe ein paar Gramm für ein I-Pad und dessen Verkaufspreis. Guter Kilopreis, dann kann ein E-Auto-Akku preislich pro Gramm nicht mithalten.
Ist Recycling die Lösung?
Laut EU-Kommissar "Nein". Denn nennenswerte Mengen werden erst in 10-15 Jahren auf den Markt kommen.
Und die sind reserviert für ein 2. Leben als Speicher in Photovoltaik-Anlagen - ein großes Anliegen der EU, dass hier etwas weitergeht. Und auch wichtig. Diesen Zweig wird die EU nicht für E-Automobilität opfern.
Kobalt sparen?
Ja. eine Reduktion ist technisch möglich, aber teuer. BMW probiert das gerade in der E-Variante des zukünftigen 7er. Also für Autos jenseits von 150.000 Euro Kaufpreis.
Gehts ohne Kobalt?
Ja. Lithium-Eisenphophat-Akkus.
Problem: die Chinesen (BYD) habens Patent drauf und lassen sich das großzügig entlohnen wenn man es nachbauen will.
Aus Sicht der Natur wäre diese Technik aber ohnehin der Worst Case.
Große Lithium-Vorkommen gibts in Bolivien. Die Umweltschäden dort, die jetzt schon entstanden sind, kann jeder googeln. Zudem wird die Bevölkerung dort vertrieben, weil sie wegen des Abbaus kein Trinkwasser/Grundwasser mehr haben.
In Deutschland gibts auch eine Lagerstätte in Oberrheintalgraben. Würde man diese ausbeuten (was mit EU-Umweltschutzgesetzen gar nicht möglich ist), könnte man damit sowieso nur ein Zehntel des deutschen Bedarfs decken.
Zudem dauert der Aufbau einer Lithium-Abbaustätte laut Toyota bis zu sieben Jahre bis das Werkl wirklich läuft.
Neue Lagerstätten erschließen?
Wenn es zu Land weltweit so wenig von dem Zeug gibt, dann kann man auch unter Wasser gehen.
Die größten Kobalt-Vorkommen liegen im Pazifik in 4.000 bis 6.000 Metern Tiefe.
Das ist schon lange bekannt, aufgrund der immensen Förderkosten wurde dort noch niemand aktiv.
Sollte der Kobalt-Preis jedoch weiter so steigen, könnte es sich in 5 Jahren rentieren laut EU-Experten.
Nur wer E-Autos zu den dann notwendigen Preisen kaufen soll/will, ist eine andere Geschichte.
Von den zu erwartenden Umweltschäden auf hoher See mal ganz abgesehen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass Autohersteller Druck machen, mit der Träumerei aufzuhören und Fakten gelten zu lassen.
Die ordentlich aufgeweichte Euro 7 Abgasnorm ist ein erster Punkt, den vor allem VW-Boss Oliver Blume, Carlos Tavares von Stellantis und Luca de Meo von Renault-Dacia-Nissan mit ihrem Druck Richtung EU zu verantworten haben.
Jetzt wollen sie wie erwähnt das Neuwagen-Verbrennerverbot für 2035 kippen und es wankt auch sofort.
Ein Wort noch zur Abhängigkeit von China: ganze 98 Prozent der weltweiten Lagerstätten von Kobalt, Lithium und "seltenen Erden" sind in Chinesen-Hand.
So, falls so weit unten noch wer mitliest, braucht er/sie wohl jetzt ein Aspirin
Danke. Da brauche ich ja noch kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich einen Verbrenner fahre. ![]()


Schwarmwissen.